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![]() Schönhuber in Kreuztal Kreuztaler Gastwirt toleriert Neofaschisten - Schönhuber: Laufbahn eines Rechtsextremisten Am 29. Oktober 1998 sollte in der Gaststätte »Schloß Junkernhees« in Kreuztal eine Veranstaltung der rechtsextremen Republikaner (REP) stattfinden, bei der ihr langjähriger Parteivorsitzender Franz Schönhuber als Redner auftreten sollte. Aufgrund antifaschistischer Gegenaktivitäten konnte erreicht werden, dass die Nazis an einen anderen Ort ausweichen mussten. Der Wirt des Schlosses Junkernhees distanzierte sich nach dem öffentlichen Bekanntwerden der Veranstaltung zwar recht schnell davon, allerdings ist diese Distanzierung reichlich unglaubwürdig: so fand am 28. Oktober eine Tarnveranstaltung, die vermutlich als Ablenkungsmanöver dienen sollte, unter Beteiligung von Jungnazis im derselben Gaststätte statt. Ausserdem übernachteten Teilnehmer der Schönhuber-Veranstaltung im Schloss Junkernhees. Franz Schönhuber gründete 1983 zusammen mit Ekkehard Voigt und Franz Handlos die Partei »Die Republikaner«, zunächst als CSU-Abspaltung. Seit 1985 ist offensichtlich, dass die Republikaner eine neofaschistische Partei waren und bis heute sind. Grundaussage der verschiedenen Parteiprogramme ist ein völkischer Rassismus. Schönhuber war bis 1994 Bundesvorsitzender der Republikaner, bei den Bundestagswahlen 1998 kandidierte er als parteiloser Spitzenkandidat für die rechtsextremistische Deutsche Volksunion (DVU). Er schreibt regelmässig im Therieorgan der sog. Neuen Rechten, »Nation und Europa«. Ausserdem ist er als Kolumnist für die »Deutsche Nationalzeitung« und »Deutsche Wochenzeitung« des rechtsextremen Münchener Verlegers und DVU-Vorsitzenden Gerhard Frey tätig. Der offenbar recht aktive Kreisverband Siegen-Wittgenstein der REP löste sich vor einigen Wochen auf, der Grund waren wohl innerparteiliche Querelen über den zukünftigen Kurs der Partei. (Es dürfte hierbei klar sein, dass das Problem damit nicht verschwunden ist, sondern sich nur verlagert hat. Dieselben Leute werden in anderen Organisationen weitermachen). Es soll daher im folgenden weniger auf die Republikaner eingegangen werden. Vielmehr soll beleuchtet werden, welche Positionen genau der Franz Schönhuber vertritt, den sich der Wirt des Schlosses Junkernhees als Gast in sein Lokal holen wollte. Schönhuber war Angehöriger der Waffen-SS, jener Nazi-Organisation, die den Völkermord an den europäischen Juden massgeblich organisierte und durchführte. Das spielt für Schönhuber aber keine Rolle, für ihn war die Waffen-SS eine »militärisch verheizte und politisch missbrauchte soldatische Elite.« Positive Bezüge auf den Nationalsozialismus finden sich regelmässig in Schönhubers Äusserungen, genauso regelmässig finden wir bei ihm Versuche, den NS-Faschismus zu rechtfertigen oder mit Hinweisen auf vermeintliche »kommunistische Verbrechen« zu relativieren. Allen voran sieht er die Medien, die durch angebliche »Geschichtsverfälschung« die NS-Zeit diskreditieren. Damit befindet er sich zum einen in der Gesellschaft der Holocaust-Leugner, zum anderen strickt er am rechtsextremen Bild der »linken Systemmedien«. Schönhubers völkischer Rassismus wird deutlich, wenn er vom Schwinden des »ethnischen Zusammengehörigkeitsgefühls« faselt und demzufolge gegen AusländerInnen und insbesondere gegen deren Einbürgerung und die doppelte Staatsangehörigkeit hetzt. Damit ist er zwar mit Bayerns Innenminister Beckstein auf einer Linie, was aber nur ein Zeichen dafür ist, inwieweit rassistische Positionen schon gesellschaftlich akzeptiert und keinesfalls eine Erscheinung der Ränder mehr sind. Auf den Punkt gebracht, will Schönhuber einen autoritären Staat, der auf einer rassistisch begründeten Volksgemeinschaft beruht. Schönhuber verurteilt vorgeblich den »ungezügelten Kapitalismus«, hierbei werden seine rassistischen Ansichten nur notdürftig mit vermeintlicher Kapitalismuskritik verbrämt. Tatsächlich bezieht er sich positiv auf die Wirtschaftspolitik der italienischen Faschisten in den zwanziger Jahren. Hierher stammt der Begriff des »Korporatismus«, bei dem sich Arbeit und Kapital »zum Wohle der Nation« an einen Tisch setzen sollten. Dies führte letztendlich zur Zerschlagung der unabhängigen ArbeiterInnenorganisationen, was natürlich voll im Sinne des Kapitals war. Diese wirtschaftspolitischen Vorstellungen haben selbstverständlich rein gar nichts mit einer sozial gerechten Wirtschaftsordnung zu tun. Statt dessen verschärft die »Kooperation« im Sinne der rassistisch begründeten Volksgemeinschaft nur soziale Gegensätze, indem sie rassistische Ausgrenzung produziert, die vom Kapital genutzt werden kann. Weiter wird deutlich, daß Schönhuber strategisch eine Hinwendung der extremen Rechten zu ökologischen Themen propagiert. Dies ist innerhalb des rechten Spektrums nicht neu, bei genauerem Hinschauen wird aber schnell deutlich, daß rechte »Ökologie« rassistisch begründet wird. Explizit äußert sich Schönhuber hier nicht, seine sonstige Argumentationsweise lässt allerdings Schlüsse auf die Nähe zu ökofaschistischen Positionen zu. Schönhuber pflegt ausserdem enge Kontakte zum französischen Faschisten Jen-Marie Le Pen, Chef des dortigen Front National (FN). Weiterhin tritt er bei Veranstaltungen des belgischen Vlaams Blok auf, einer neofaschistischen Separatistenorganisation, die ein »unabhängiges Flandern« fordert. Mit seinen Aktivitäten will Schönhuber sowohl innerhalb der BRD als auch innereuropäisch die »Einheit der Rechten« herbeiführen. Fazit: Schönhuber ist ohne Zweifel ein Rassist und Faschist. In seinen Äußerungen findet sich alles, was zum rechtsextremen Standardrepertoire gehört, wobei sein völkisch begründeter Rassismus und seine Sympathie für den NS-Faschismus besonders hervorgehoben werden müssen. Leute wie Franz Schönhuber, und Organisationen wie die Republikaner oder die DVU sind die Wegbereiter dessen, was heute in der BRD der rassistische Normalzustand ist. Schönhuber ist innerhalb des rechten Spektrums durchaus noch einflussreich. Doch auch ausserhalb stossen seine menschenverachtenden rassistischen und nationalistischen Phrasen auf immer breitere Akzeptanz oder sind bereits herrschende Politik. Ein Grund mehr, Schönhuber, Republikaner, DVU, kurz, den ganzen braunen Sumpf entschlossen zu bekämpfen. Dazu gehört auch, gegen die Treffpunkte der Nazis vorzugehen und ihre Organisationsfähigkeit zu stören. Die im Schloss Junkernhees geplante »Informationsveranstaltung« diente einzig und allein dem Zweck, alten und neuen Nazis das ideologische Rüstzeug für ihre menschenverachtende Politik zu geben. Unabhängige AntifaschistInnen Nachtrag: Für diesen Artikel wurden mehrere von Schönhuber verfasste Artikel aus einschlägigen faschistischen Publikationen ausgewertet. Genaue Quellen können bei der moz-Redaktion erfragt werden. Wir werden jedoch auf keinen Fall Nazipropaganda öffentlich bewerben, und sei es nur im Rahmen eines Literaturverzeichnisses. Quelle: uni-siegen.de mehr Informationen auf www.idgr.de |