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Die »Al Aksa Märtyrer Brigaden«



Seit Anfang dieses Jahres haben sich die sogenannten Al-Aksa Brigaden zu zahlreichen Selbstmordattentaten in Israel bekannt. Die Brigaden sind Yassir Arafats Fatah-Bewegung angegliedert. Mittlerweile bestätigen auch zahlreiche Dokumente die Verbindungen mit offiziellen palästinensischen Kreisen und die finanzielle Unterstützung durch die Palästinensische Autonomieverwaltung.

Wer sind die Al-Aksa Märtyrer Brigaden?

Die Brigaden sind eine in der Westbank operierende Miliz-Gruppe, die an Yassir Arafats Fatah angegliedert ist. Sie zählen zu den wichtigsten Kräften im aktuellen Konflikt. Während die Gruppe ursprünglich nur israelische Soldaten und Siedler in der Westbank und im Gazastreifen als militärische Ziele definierte, wurden seit Anfang 2002 immer häufiger Zivilisten in israelischen Städten Opfer von Attentaten. Im März 2002, nach einem verheerenden Mordanschlag in Jerusalem, wurde die Gruppe vom US-Außenministerium auf die Liste der ausländischen Terrororganisationen gesetzt.

Sind die Brigaden islamistisch?

Nein. Die Brigaden haben ihren Ursprung als eine Unterorganisation der Fatah-Bewegung, der palästinensischen Befreiungsorganisation von Yassir Arafat. Als Israel und die PLO 1993 das Friedensabkommen verhandelten, erklärte Arafat öffentlich den Verzicht auf Terrorismus und etablierte die palästinensische Verwaltung in der Westbank und dem Gazastreifen. Die Al-Aksa Brigaden sind ebenso wie die islamistischen Gruppen Hamas und Jihad für Mordanschläge verantwortlich. Sie haben Attentate geplant und ausgeführt sowie jugendliche Terroristen rekrutiert. Die Ideologie der Brigaden wurzelt jedoch nicht im politischen Islamismus, sondern im palästinensischen Nationalismus. Seit Beginn dieses Jahres ermordeten die Brigaden mehr Israelis als die Hamas.

Welche Form von Anschlägen gingen von den Al-Aksa Brigaden aus?

Experten ordnen den Brigaden vor allem Heckenschützen und Selbstmordattentate zu. Mitglieder der Brigaden erklärten, dass sie von der Hisbollah, der islamistischen Miliz im Süden Libanons, inspiriert wurden. Die Brigaden hoffen, die israelische Armee mit militärischer Gewalt aus der Westbank und dem Gazastreifen zurückzudrängen. Aber zu Beginn dieses Jahres haben sie ihre Taktik geändert. Sie übernahmen die Verantwortung für einige der blutigsten Terroranschläge, u.a.:

21. März 2002 Eine Bombe in Jerusalem tötet drei Israelis.
9. März 2002 Eine Bombe in einem Jerusalemer Café tötet elf Israelis und verletzt über 50 Personen zum Teil schwer.
3. März 2002 Ein Heckenschütze tötet an einem Kontrollpunkt in der Westbank nacheinander zehn Israelis, darunter auch drei Zivilisten, und entkam.
2. März 2002 Eine Bombe explodiert im ultra-orthodoxen Viertel Jerusalems und tötet neun Israelis, darunter sechs Kinder.
27. Januar 2002 Eine Bombe in Jerusalem tötet einen älteren Mann und verwundet über 50 Israelis.

Wann begannen die Al-Aqsa Brigaden ihre Anschläge auf israelische Zivilisten?

Experten sagen, dass der Umschwung Anfang 2002 erfolgte, als die Popularität Arafats im Vergleich zur Hamas sank. Zahlreiche Umfragen haben schon vorher die hohe Akzeptanz von Mordanschlägen auf israelische Zivilisten unterstrichen. Die Attentate der Brigaden wurden in den folgenden Wochen immer brutaler.

Kontrolliert Arafat die Al-Aksa Brigaden?

Die offiziellen Berater von Arafat verneinen diese Frage regelmäßig. "Unsere Gruppe ist ein integraler Bestandteil von Fatah", betonte hingegen Maslama Thabet, einer der Führer der Brigaden in Tulkarem, in einem Interview mit USA Today im März 2002. "Wir erhalten unsere Anweisungen von Fatah. Unser Kommandeur ist Yassir Arafat". Ein anderer Führer der Brigaden, Naser Badawi, erklärte der New York Times einige Tage später, dass sie "ihren Führer respektieren", die Entscheidung "für Attentate werden im Führungsgremium der Brigaden" gefällt. Badawi fügte allerdings hinzu, dass Arafat niemals an die Gruppe herangetreten ist, dass sie die Mordanschläge einstellen soll, wie es Arafat mehrfach öffentlich erklärte. Offizielle palästinensische Quellen berichteten, dass die meisten Mitglieder der Brigaden auf den Gehaltslisten der Palästinensischen Autonomieverwaltung stehen. Meistens dienen sie sowohl in den Brigaden als auch in einem der 14 offiziellen Sicherheitsdienste. Dies wurde auch durch Dokumente bestätigt, die während der jüngsten Offensive der israelischen Armee in den Amtsräumen des Vorsitzenden der palästinensischen Autonomieverwaltung Yassir Arafat sichergestellt wurden.